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Gemeine Gottesanbeterin
Gemeine Gottesanbeterin  
Ordnung : Fangschrecken
Familie : Gottesanbeterinnen
deutscher Name : Gemeine Gottesanbeterin
wissenschaftlicher Name : Mantis religiosa
 




Maßstab: Bildhöhe entspr. 60 mm
Bild vergrößern  Foto: Berlin August 2003 M. Keller  

Allgemeines:
Die Gemeine Gottesanbeterin wird in der Artenschutzverordnung als 'besonders geschützte Art' unter Schutz gestellt und wird in der 'Roten Liste der Geradflügler Deutschlands' in die Gruppe 3 ('gefährdet') eingruppiert.
Kennzeichen:
Die Gemeine Gottesanbeterin hat als typische Vertreterin ihrer Familie einen kleinen, sehr beweglichen Kopf und eine auffallend gestreckte Vorderbrust. Das erste Beinpaar ist zu Fangbeinen ausgebildet, d. h. es ist verlängert und an den Schienen mit Dornen und Zähnen versehen. An der Innenseite der Hüften befindet sich ein dunkler Fleck, der oft weiß gekernt ist. Die Flügel überragen bei beiden Geschlechtern die Hinterleibsspitze. Es gibt grüne (siehe Bild oben) und hellbraune (siehe Bild 2) Exemplare. Die Männchen (siehe Bild 3) sind deutlich kleiner als die Weibchen. Die Tiere verharren oft stundenlang bewegungslos in der Vegetation und warten auf Beute. Dabei sind die Vorderbeine erhoben und geschlossen 'wie zum Gebet', worauf sowohl der deutsche als auch der wissenschaftliche Namen zurückzuführen sind.
Körperlänge:
Weibchen: 43 - 77 mm,
Männchen: 41 - 63 mm.
Lebensraum:
Warme und trockene Biotope mit hohen Wiesen und Sträuchern, in warmen Gebieten auch im Gebirge bis 1700 m.
Entwicklung:
Im Spätsommer, etwa 2 Wochen nach der letzten Häutung, werden die Gemeinen Gottesanbeterinnen geschlechtsreif. Während der Paarung (siehe Bild 4) springt das Männchen auf den Rücken des Weibchens und klammert sich mit den Schienen und Schenkeln seiner Fangbeine am Mittelbrustbereich des Weibchens fest. Die Paarung kann mehrere Stunden dauern. Gelegentlich kommt es vor, dass dem Männchen noch während der Kopulation der Kopf vom Weibchen abgefressen wird (sexueller Kannibalismus). Die Paarung wird trotzdem weiter vollzogen. Einige Tage nach der Paarung beginnt das Weibchen mit der Eiablage. Hat es eine geeignete Stelle gefunden, werden etwa 100 Eier abgelegt und mit einem aus dem Hinterleib austretenden schaumigen Sekret 'eingeschäumt'. Das Sekret erhärtet an der Luft und es entsteht eine bräunliche Eikapsel (Oothek) (siehe Bild 5), die etwa 20 - 40 mm lang und 10 - 20 mm dick ist. Bei ersten stärkeren Nachtfrösten sterben die erwachsenen Tiere ab und nur die Eier überwintern in der Eikapsel. Dabei können sie sehr tiefe Temperaturen (auch noch - 34C) überleben. Im Frühjahr schlüpfen die Larven (siehe Bild 6) und entwickeln sich über 7 Häutungen zu den erwachsenen Gottesanbeterinnen. Ab Juli schlüpfen diese aus der letzten Larvenhülle (siehe Bild 7).
Ernährung:
Andere Insekten, Spinnentiere, in Ausnahmefällen auch kleine Wirbeltiere. Die Tiere fressen auch eigene Artgenossen (Kannibalismus).
Verbreitung:
In Europa im gesamten Mittelmeergebiet, in Mitteleuropa nur in besonders warmen und trockenen Lokalitäten (in Berlin wahrscheinlich ausgesetzt), außerdem in warmen Gebieten von Asien, Afrika, Nordamerika und Australien.

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