Steckbriefe | Insektenfibel | Insektengarten | Wissenstest | Fotografen | Sonstiges
insektenbox
Bienenkunde

Die Bienenkunde oder Apidologie erforscht die wissenschaftlichen Grundlagen der Imkerei (Bienenhaltung).

Entwicklung der Imkerei

  • ca. 5000 v. u. Z.
    Nutzung der Bienen schon während der Mittleren Steinzeit, worüber eine Felszeichnung bei Valencia (Spanien) informiert;
  • Der Honig wurde nach Jägerart gesammelt;
  • Beim Übergang vom Leben als Jäger zu dem der Seßhaftigkeit begann sich eine Bienenhaltung zu entwickeln;
  • ca.600 v. u. Z.
    Im alten Griechenland erließ Solon Gesetze, die u. a. Vorschriften über die Bienenhaltung enthielten;
  • ca. 10. - 12. Jh.
    In Mitteleuropa Übergang zur Bienenhaltung, wobei sich 2 Formen entwickelten:
    • Waldbienenzucht (Zeideln) und
    • Haus- oder Gartenbienenzucht;
  • Beim Zeideln wurden in Waldbäume ('Bienenbäume') Hohlräume geschlagen, mit einem Brett verschlossen und mit einem Flugloch versehen, wo sich dann Bienenschwärme einnisteten. Aus den Bienennestern dieser Waldbienen wurde ein Teil der Honigwaben herausgeschnitten;
  • Mitte 17. Jh.
    In Mitteleuropa wird das Zeideln aufgegeben. In Osteuropa wurde es aber teilweise bis Anfang des 20 Jh. betrieben;
  • Bei der Haus- oder Gartenbienenzucht werden die Bienen im Wald eingefangen und in künstliche Bienenstöcke eingebracht. Es gab Bienenstöcke aus den unterschiedlichsten Materialien wie Holz, Weidenruten, Waldreben, Stroh, Baumrinde oder Ton (siehe Bild rechts);
  • Mitte 19. Jh.
    Einführung von beweglichen Waben;
  • 1858
    Vorstellung einer hölzernen Presse zur Herstellung von Mittelwänden für den Wabenbau;
  • 1865
    Erfindung der Honigschleuder durch Franz Edler von Hruschka in Venedig;
  • Ende 19. Jh.
    Es werden im deutschsprachigen Raum fast ausschließlich hölzerne Bienenkästen mit beweglichen Waben verwendet;
  • 1909
    Entdeckung des Erregers der Nosematose, einer Darmerkrankung bei erwachsenen Bienen, durch E. Zander;

Historische Bienenstöcke aus Holz und Stroh

Bedeutung der Imkerei

  • Produkte der Imkerei sind
    • Honig,
      • Im Jahr 2000 wurden in Deutschland 830 000 Bienenvölker gehalten, von denen 19 000 Tonnen Honig geerntet wurden;
        Honig wird nicht nur als Nahrungsmittel und in der Naturheilkunde verwendet, auch mattes und sprödes Haar wird mit Honigshampoo wieder glänzend und vor dem Austrocknen geschützt. Außerdem spielt Honig in der Kosmetik eine Rolle, da er bakterizid und wundheilend wirkt.
    • Wachs wird verwendet
      • für die Kerzenfabrikation,
      • in der kosmetischen Industrie als Hautpflegemittel,
      • in der pharmazeutischen Industrie,
      • in der chemischen Industrie, z. B. für Wachsfarbe, Baumwachs,
      • in der Physiotherapie als Wärmepackungen bei Muskel- und Gelenkschmerzen
    • Weiselfuttersaft (Gelee Royal),
      • ist ein Drüseprodukt der Bienen zur Fütterung der Königin;
      • wird in der Medizin eingesetzt, da er
        • günstig gegen Arteriosklerose wirken soll;
        • Funktionsstörungen von Körperorganen normalisieren soll;
    • Bienengift
      • Aus Bienengift gewonnene Injektionsmittel oder Salben sind heilsam
        • bei rheumatischen Erkrankungen,
        • bei Polyarthritis,
        • bei Neuritis,
        • bei Neuralgien,
        • bei Bronchialasthma;
    • Kittharz (Propolis)
      • wird durch die Honigbienen von Blütenknospen gesammelt;
      • dient dem Verkitten von undichten Stellen;
      • soll das Wachstum heilender Gewebe stimulieren, z. B. zur Wundheilung und bei Zahnfleischschwund;
  • indirekter Nutzen der Imkerei
    • Bestäubungsleistung der Honigbienen
      • Ungefähr 10% der weltweiten Nahrungsmittelproduktion werden aus von Insekten bestäubten Pflanzen gewonnen;
      • An dieser Bestäubungsleistung haben die Honigbienen einen hohen Anteil.

    Honig - Hauptprodukt der Imkerei

    Gegenwärtige Aufgabengebiete der Bienenkunde

    • Bekämpfung von Bienenkrankheiten und -schädlingen, insbesondere der Varoamilbe (Varroa destructor)
      • Optimierung bekannter Bekämpfungsmaßnahmen der Varroamilbe,
      • Entwicklung neuer Bekämpfungsmaßnahmen,
      • Züchtung von varroatoleranten Honigbienen;
    • Methoden zur Produktion rückstandsfreier Bienenprodukte,
      • Entwicklung neuer Prüfverfahren zur Qualitätseinschätzung von Honig;
    • Bienenschutz in bezug auf Maßnahmen zur Intesivierung der Landwirtschaft, insbesondere durch Insektizide;
    • Anwendung molekularbiologischer Methoden in der Bienenkunde.

    Varroa-Milbe (Weibchen)
    Breite ca. 1,5 mm
    Zum Seitenanfang
     nächste Seite
     vorherige Seite

     nächstes Kapitel
     vorheriges Kapitel

     Glossar
     Index
    e-mail  |  © insektenbox 2007 - 2024